Am alten Sitz der Metzgergilde vorbei, erreichen wir die Stiftskirche Sankt Fides. Die Gräfin Hildegard von Bürren, Urgroßmutter von Kaiser Friedrich Barbarossa, schenkte Ende des 11. Jahrhunderts den Benediktinern von Conques eine Kapelle auf dem Grund der Stiftskirche. Die Benediktinermönche zogen nach Schlettstadt, doch bald wurde es ihnen hier zu eng und sie ließen ein großes Kloster erbauen, welches sie der Hl. Fides weihten. Somit zählt die romanische Kirche zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Eine Besonderheit steht in der Kirchenkrypta.
Bei Restaurierungsarbeiten fanden die Arbeiter eine Totenmaske, von welcher mehrere Abgüsse gefertigt wurden. Es wird vermutet, dass es sich um Hildegard von Bürren oder deren Tochter handelt. Ein sicherer Beweis für diese Annahme fehlt aber, weshalb die Büste die Bezeichnung »die schöne Unbekannte von Schlettstadt« erhielt. Etwas schwierig ist es, in der schmalen Binnenhalle des Eingangs die Umrisse eines Reiters zu finden. Erst bei genauem Hinsehen sind die schwachen Striche auszumachen.