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Andlau

auf den Spuren einer Bärin

Ortskern von Andlau

Eine Bärin zeigte einst Kaiserin Ricardis, an welcher Stelle sie eine Kirche und ein Kloster erbauen solle. So entstand im Jahr 880 das Kloster Andlau, in das sich Ricardis später zurückzog, nachdem ihr Ehemann, Kaiser Karl III, sie wegen vermeintlichen Ehebruchs verstoßen hatte. Als Erinnerung an die Gründungslegende hielt die Klostergemeinschaft während des Mittelalters einen Bären im Innenhof der Abtei.

Heute bewacht eine steinerne Bärenskulptur die Kratzspuren in der Krypta der Eglise Sts-Pierre-et-Paul, welche die auserwählte Stelle der Klostergründung zeigen sollen. Bären gibt es hier schon lange keine mehr, doch die Kirche ist das bedeutendste und mächtigste Bauwerk in dem hübschen Weinort an der Route des Vins d'Alsace geblieben. Zugleich ist die Andlauer Abteikirche St. Richardis Teil der Route Romane d'Alsace, der Romanischen Straße vom Elsass.

Andlau - zwischen Weinbergen und Vogesen
Eglise Sts-Pierre-et-Paul in Andlau

Vielen Urlaubern im Elsass bleibt Andlau dennoch verborgen. Denn zwischen Weinbergen und den Hängen der Vogesen liegt das Fachwerkstädtchen abseits der Hauptrouten und bekannteren Orte und Sehenswürdigkeiten im mittleren Elsass.

Andererseits haben schon die Römer Gefallen an dem versteckt gelegenen Tal gefunden. Sie kultivierten damals den Riesling-Weinberg Moenchberg. Heute gehört dieser mit dem Wiebelsberg und Kastelberg zu den drei Grand-Cru-Lagen von Andlau. Ihnen hat der Ort die meisten seiner Besucher zu verdanken.

in den Gassen von Andlau
in den Weinbergen von Andlau

Oberhalb der sonnenverwöhnten Weinberge entstanden im 13. und 14 Jahrhundert die beiden Burgruinen Haut-Andlau und Spesbourg. Nachdem sie im Mittelalter über das Tal und die Abtei wachten, eröffnen sie uns heute schöne Ausblicke über die Rheinebene und die Vogesen mit dem weiter westlich gelegenen Champ du Feu. Wie so viele Orte im Elsass wurde auch Andlau im Dreißigjährigen Krieg schwer beschädigt.

Die meisten Häuser sind daher erst nach 1648 entstanden. Durch den Wiederaufbau des alten Dorfkerns reihen sich auch heute noch pittoreske Fachwerkhäuser aneinander. Daneben sind Teile der Stadtbefestigung erhalten und lohnen die alten Kirchen einen Blick in den Ort. Zuletzt bietet sich Andlau als Ausgangspunkt zu einer Wanderung hoch zu den Burgen an.

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