Wanderung durch den Haulenwald

Stellungen zwischen Illfurth, Heidwiller und Tagolsheim

Observatorium am Haulenwald Observatorium am Haulenwald

Diese landschaftlich reizvolle Runde durch den Haulenwald könnten wir auch »wo die Front den Sundgau spaltete« nennen. Denn schon im Sommer 1914 erstreckte sich diese von den Vogesen quer durch den Sundgau bis zur Schweizer Grenze. Danach blieb sie bis zum Kriegsende im November 1918 nahezu unverändert. Die Zugänge zu den alten Stellungen sind teils verwachsen oder erfolgen auf ausgetretenen Pfaden. Dann aber kannst Du Dich auf eine spannende, wenn auch erschütternde Wanderung freuen.

Start bei der Burnkirch

Aufstieg in den Haulenwald

Für den Einstieg nutzen wir den Feldweg zwischen dem ((A)) Parkplatz Willerwald beim privaten Teich und der ((1)) Burnkirch. Mit etwas Abstand zur Friedhofsmauer folgen wir diesem 250 Meter leicht bergan, um dann links abzubiegen. Damit wandern wir die Runde im Haulenwald im Uhrzeigersinn über das Willerfeld.

In der Waldinsel links des Wegs befand sich während des Ersten Weltkriegs der ((2)) Standort der Grand Canon. Dieser ist nicht zugänglich, wobei es in dem Gehölz auch nicht viel zu sehen gibt. Wo unser Weg einen anderen kreuzt, ginge es links hinunter nach Tagolsheim sowie jenseits der Bahnlinie zu zwei Restaurants und einer Boulangerie.

Tagolsheim im Blick

Für die Rundwanderung laufen wir in etwa geradeaus weiter und folgen dem roten Punkt über den weniger befestigten Weg hoch an den Waldrand, dann durch den Wald. Im Spätsommer sowie Anfang Herbst blühen auf der Wiese zwischen dem Wald und den Feldern Herbstzeitlose. Beim nächsten Wegesende bietet sich links mit dem grünen Ring eine zweite Verbindung ins nahe Tagolsheim an. Wir indes biegen erst rechts, dann sogleich wieder links ab, um auch dem nächsten Weg in südlicher Richtung durch den Wald bis zu seinem Ende zu folgen.

Artillerie von Tagolsheim

Dort biegen wir scharf rechts ab und halten uns bei der nächsten Gabelung rechts. Damit ändert sich der Charakter der Wanderung. Stellte die Runde bisher nur geringe Anforderungen, steigt der Pfad nun umso steiler zur ((3)) Artillerie von Tagolsheim an. Der aus Beton errichtete Bunker wird auf das Jahr 1916 datiert. Hinter der vorgesetzten Schutzwand befindet sich ein Korridor

Von dem Korridor gehen jeweils drei 24 Quadratmeter große Räume ab. Diese sind mit einer 1,20 Meter mächtigen Betondecke abgedeckt und boten bis zu 100 Männern Schutz. Der Unterstand ist mit hohen und niedrigen Öffnungen versehen, die einen Luftaustausch ermöglichten. Die Geschütze waren auf der am Unterstand anschließenden Plattform aufgestellt.

Position de crête im Haulenwald

Weiter geht es auf wechselnden, aber sehr gut beschilderten Pfaden an den oberen Waldrand zum ((4)) Observatorium von Tagolsheim. Es wurde aus 43 Metallteilen, darunter Platten mit einer Stärke bis zu 40 Millimeter, errichtet und bildete ein zur Rückseite offenes Fünfeck. Die drei rechteckigen Schlitze an der Vorderseite ließen sich durch Schiebeläden verschließen. Als Nächstes kommen wir zu ((5)) Position de crête, der auf 364 Meter höchstgelegenen deutschen Stellung im Haulenwald.

Der Waldrand hat sich seit 1916 kaum verändert. Somit eignete sich der Ort ideal für die Aufstellung von Schnellfeuerwaffen. Während die Bäume die Maschinengewehre von oben verdeckten, war die Sicht über das offene Gelände frei. Von militärischem Interesse war auch die Fernsicht auf den hinteren Teil der Front südlich des Rhein-Rhône-Kanals. Zuletzt ermöglichten die Hügel zwischen Heidwiller und Aspach den Aufbau einer organisierten Verteidigung, welche das Illtal gegenüber Einfällen der Franzosen abriegelte.

Blick über den Sundgau

Von den Resten der verstreut im Gelände zu findenden Bunkern führt uns der rote Punkt ans nordwestliche Waldeck sowie geradeaus durch die Felder zu einer T-Kreuzung. Hier bietet sich links, beim nächsten Abzweig rechts ein Abstecher zum Belle Vue, dem ((6)) Aussichtspunkt oberhalb Heidwiller an.

Je nach Sichtverhältnissen lassen sich von der Anhöhe 30 Kirchtürme des Sundgaus betrachten. Als Besonderheit gilt der Glockenturm von Galfingue. Früher soll nur die Spitze des Turms sichtbar gewesen sein. Durch die bis heute andauernde Hebung des Sundgaus ist er inzwischen in seiner gesamten Höhe zu sehen.

Observatoirum von Heidwiller

Sobald wir uns satt gesehen haben, kehren wir auf selbem Weg zurück zur T-Kreuzung und folgen dem Rundweg erst weiter geradeaus, dann um die Linkskurve bis zu einer Kreuzung. Dort bietet sich ein zweiter Abstecher zu einer ((7)) Kapelle oberhalb einer mit Wein bestockten Parzelle an.

Der weitere Rückweg erfolgt dann wieder mit dem roten Punkt in nordöstlicher Richtung auf den bewaldeten Buckenberg sowie am nur schwer zugänglichen ((8)) Observatoirum von Heidwiller vorbei. Ab dort geht es zurück zur Burnkirch und unserem Ausgangspunkt beim Parkplatz Willerwald.

St.-Martin-Kapelle Burnkirch

Die Burnkirch oder auch Martins-Kapelle gilt durch ihren Nachweis aus dem 8. Jahrhundert als einer der ältesten Sakralbauten im Sundgau. Sie war ursprünglich die Mutterkirche beziehungsweise die Pfarrkirche von Heidwiller, Illfurth und Tagolsheim. Im Jahr 1302 wird sie unter dem Namen Ecclesia Burnkirch als Pfarrkirche von Illfurth genannt. Im Hundertjährigen Krieg wurde sie erst von Engländern, später von den Armagnaken sowie im Dreißigjährigen Krieg durch die Schweden stark beschädigt. Ihr heutiges Aussehen verdankt die Kapelle im 18. und 19. Jahrhundert durchgeführten Restaurierungen.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz Willerwald bei der Kirche Burnkirch außerhalb von Illfurth.

Anfahrt mit Pkw: Von der A 36 westlich von Mulhouse bei Ausfahrt 16a auf die D 68 abfahren. Dann weiter über Hochstatt und Froenlingen nach Illfurth. Dort von der D 432 rechts auf die D 18/Rue de Heidwiller, anschließend links zur Kirche abbiegen, dem Weg um die Kirche zum Parkplatz folgen.

Anfahrt mit Bus und Bahn: -

Anforderungen und GPS-Daten zum Download

Gehzeit1.45 Stunden
Distanzca. 5,6 km
Anstiege180 HM
AnforderungenBequem zu wandernde Runde auf Waldwegen
EinkehrGastronomie in Illfurth und Tagolsheim
GPS-DatenWanderung Haulenwald gpx
KML-DatenWanderung Haulenwald kml

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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