Château Landskron und Kloster Mariastein

Burgenwanderung im Dreiländereck des Sundgaus

Aussicht von der Burg Landskron Château Landskron

Die Wanderung zum Château Landskron könnten wir auch gut »Grenzenlos im Sundgau« nennen können. Kaum eine Gegend im Elsass ist so eng mit der Schweiz verbunden wie Leymen: Über das Tal der Birsig, die sich überschneidende Geschichte und über die Basler Tramlinie nach Rodersdorf.

Start bei der Tramstation in Leymen

Los geht es am pittoresken Bahnhof von Leymen, wo wir die D 23.4 überqueren und dem Circuit des Trois Châteaux an den südlichen Ortsrand folgen. Auf Höhe des alten Steinbruchs halten wir uns bei der Weggabelung links, sodass wir den Wald durchqueren.

Nach einer Linkskurve gelangen wir dann an den unteren Rand einer Wiese. Wie das Steinbruchgelände wird auch diese seit Jahren im Sinne des Naturschutzes und der Artenvielfalt gepflegt. Der Bergfried der Landskron ist hier oberhalb vom Waldrand schon zu sehen.

Burgruine Château Landskron

Sowie wir eine kleinere Siedlung erreichen, mündet der Rundweg der drei Burgen in die Rue Annexe Tannwald. Hier biegen wir zunächst links zur rund 350 Meter entfernten Burgruine Château Landskron ab. Der Zugang in die Burg erfolgt über einen gedeckten Gang aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Burg selbst wurde Ende des 13. Jahrhunderts vom Münch von Basel erbaut.

Es wird aber vermutet, dass an dieser Stelle schon im frühen 11. Jahrhundert eine erste Festung stand. Nachdem die Burg in den Besitz des Adelsgeschlechts der Herren Reich von Reichenstein gelangte, erlebte sie ihre Blütezeit. So galt die Landskron nach ihrem Ausbau zwischen 1515 und 1518 als eines der »schönsten Schlösser weit und breit«.

Gefangener der Burg Landskron

Auf der anderen Seite erlebten die Reich von Reichensteins immer wieder unruhige Zeiten auf ihrer Burg. Nachdem sie 1468 Solothurner Truppen unterlegen waren, nahmen die Schweden die Festung während des Dreißigjährigen Kriegs ein, um sie den mit ihnen verbündeten Franzosen zu übergeben. Diese nutzten die Festung ab 1690 als Staatsgefängnis. Zu den prominentesten Gefangenen zählt der in Neuvelle Orléans geborene Bernard Duvergez de Soubardon.

Der Offizier war nach dem Verlust der französischen Kolonie Louisiana ins königliche Versailles zurückgekehrt, wo er 1769 wegen »ungebührlichem Benehmen« verhaftet wurde. Unter dem Vorwurf ist eine von höherstehenden Repräsentanten missbilligte Liebschaft zu verstehen. Erst durch eine nach der Revolution angeordneten Suche wurde er 21 Jahre später im Verlies der Landskron entdeckt. Wenig später starb er.

Niedergang und Sicherung der Burg

Das Ende der Burg besiegelten bayrisch-österreichische Truppen, die an Weihnachten 1813 den Befahl erhalten hatten, die Landskron zu erobern. Von der später vorgesehenen Sprengung blieben der Bergfried und einige mächtige Mauern verschont, die dann allerdings bis 1856 als Steinbruch herhalten mussten. Seit 1984 gehört die Burg dem französisch-schweizerischen Verein Pro Landskron. Er hat große Teile der Ruine restauriert und für Besucher zugänglich gemacht. Über mehrere Treppen ist die Aussichtsplattform des Bergfrieds zu erreichen, der uns heute ein imposantes Panorama über den Jura und Sundgau zu den Vogesen und dem Schwarzwald sowie hinunter nach Basel bietet.

Anna-Kapelle

Im Anschluss an die Burgbesichtigung kehren wir zum letzten Abzweig zurück und wandern auf der Rue Annexe Tannwald bis zur Weggabelung an der Grenze zur Schweiz. Wer eine nur kurze Runde laufen möchte, bleibt rechts auf dem Drei-Burgen-Rundweg. Wir indes wählen den linken Abzweig, überqueren die Grenze und halten uns erst nach dem nächsten Haus links.

Wir kommen somit auf den St. Annaweg, der bis zu einem schmalen Waldstreifen leicht ansteigt und uns zur idyllisch gelegenen St. Anna-Kapelle führt. Im Eingangsbereich der Kapelle informiert ein Aushang über die heiligen Anna, der Mutter von Maria und Großmutter von Jesus. Daneben finden wir Informationen zu den Prozessionen am Annentag am 26. Juli.

Kloster Mariastein

Von der Kapelle folgen wir dem Kreuzweg sowie auch Solothurner Waldwanderweg hinunter zum Kloster Mariastein. Die Geschichte des Konvents ist eng mit den Reichensteins verbunden. Die Burgherren förderten die Klostergemeinschaft und ließen um 1480 eine erste Wallfahrtskirche, die Reichensteinische Kapelle, erbauen. Später übernahmen Benediktiner Mariastein und legten den Grundstein der heutigen Klosterkirche.

Nachdem dieses im Zuge des Kulturkampfes 1874 aufgelöst worden war, kehrten 1941 die ersten Ordenspriester zurück in die alten Gebäude. Im Jahr 1970 gelang es schließlich, das Kloster wieder als solches herzustellen. Seitdem hat sich Mariastein wieder zu einer beliebten Wallfahrtsstätte entwickelt. Damit verbunden laden heute mehrere Gaststätten nahe der Klosterkirche zum Verweilen ein.

Burgstall der Ruine Waldeck

Der Rückweg erfolgt anschießend vom Wegweiser beim Hotel Jura zunächst mit der Beschilderung Richtung Landskron über den Paradiesweg und Heulen bis zum Heulenhof. Sowie wir wieder im Elsass sind und auf den Circuit des Trois Châteaux treffen, biegen wir links ab und folgen dem blauen Dreieck zunächst über zwei Felder, dann rechts ab nach Leymen. Auf diesem letzten Abschnitt verzweigt sich der Wanderweg im Wald. Hier haben wir uns für die Route über die Ruine Waldeck entschieden. Die auf einem Hügel platzierte und nahezu unzugängliche Burg wurde vor 650 Jahren bereits aufgegeben.

Dementsprechend haben nur spärliche Reste die Zeit überdauert. Über einen Stichweg auf der Südseite des Burghügels lassen sich aber noch Teile der alten Umfassungsmauer erkennen. Mit diesen letzten Eindrücken folgen wir der Wegmarkierung durch den Wald bis auf die Rue Waldeck. Wo diese in die Rue de Flueh mündet, sind es dann rechts nur noch ein paar Schritte bis zum Bahnhof von Leymen, wo diese kurze, aber geschichtsträchtige Runde endet.

Tipp: Steinbruch Leymen

Wo ab 1930 bis Ende der 1980er Jahre Kalk abgebaut wurde, hat sich nach Stilllegung des Betriebs ein wertvoller Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen entwickelt. Auf dem zweieinhalb Hektar großen und in drei Stufen gegliederte Gelände sind wärmeliebende Arten wie die Gottesanbeterin und Schlingnattern, der Deutsche Enzian sowie wenigstens neun Orchideenarten heimisch.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist bei der Tramstation in Leymen.

Anfahrt mit Pkw: Von der A 35 bei Saint-Louis bzw. Ausfahrt 37 abfahren und der Beschilderung nach Folgensbourg folgen, dort auf die D 16 abbiegen und weiter über Hagenthal bis Leymen. In Leymen geht es über die Hauptstraße und Rue de la Gare zum kleinen Parkplatz an der Station.

Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab Bahnhof Dornbach fährt die Tramlinie 10 über den Bahnhof SBB Richtung Rodersdorf zur Station Leymen.

Anforderungen und GPS-Daten zum Download

Gehzeit2.30 Stunden
Distanzca. 7,7 km
Anstiege270 HM
AnforderungenDie Runde nutzt überwiegend Wirtschaftswege und schwach befahrene Straßen.
EinkehrRestaurant au Chasseur
GPS-DatenWanderung Landskron gpx
KML-DatenWanderung Landskron kml

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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