Wanderung zum Grand Canon Zillisheim

Große Kanone am Altenberg im südlichen Elsass

Landschaft bei Zillisheim im Elsass Landschaft bei Zillisheim im Elsass

Wenn vom Ersten Weltkrieg die Rede ist, denkt man an erster Linie an die Kämpfe im Nordosten Frankreichs. Zuvor aber war im Elsass eine Offensive geplant. Die Große Kanone war die Antwort auf den Beschuss der deutschen Zivilbevölkerung. Diese Wanderung nutzt überwiegend leicht zu laufende Wirtschaftswege, für den Gang in die Tunnel aber solltest Du eine Taschenlampe einpacken.

Start bei der Auberge du Canon

Auftakt auf dem Steinberg

Bei unserem Startpunkt bei der ((A)) Auberge du Canon geht es ruhig zu. Die Umgebung ist friedlich, die Landschaft beschaulich. Alles im allem finden wir dort eine Idylle, welche vieles, aber nicht einen wichtigen Schauplatz des Ersten Weltkriegs vermuten lässt. Tatsächlich trennen uns nur wenige Meter von einem Geschütz, welches damals die Bevölkerung von Belfort in Angst und Schrecken versetzte.

Zunächst aber folgen wir dem mit grünem Ring beschilderten Rundweg um die Herberge in den Wald östlich der Talstraße. Bei der T-Kreuzung biegen wir links ab, sodass wir zum Teil auf einem alten Waldlehrpfad nach Norden über die Westseite des Steinbergs gelangen. Im weiteren Verlauf wechseln wir links auf den Sentier de la Memoire, der uns wieder aus dem Wald hinaus zur ((1)) Rue de la Vallée führt.

Den Überblick behalten

Rechts ab, folgen wir der Straße nach Zillisheim, wo wir erst links in die Rue du Glorenhag, dann rechts in die Rue du Panorama sowie gleich wieder links in die Rue Verges abbiegen. Wo die Letztgenannte in die Rue de la Colline übergeht, laufen wir geradeaus weiter in die offene Landschaft. Am Ende des Wegs ginge es mit dem blauen Punkt zur Rue du Borrberg.

Um auf dem Rundweg zu bleiben, halten wir uns stattdessen links. Einen Katzensprung weiter nehmen die Rechtskurve. Im Anschluss folgen erst diesem sowie nach einem kleinen Haken auch dem nächsten Weg in südwestlicher Richtung. Schließlich treffen wir auf einen mit rotem Punkt gekennzeichneten Wanderweg.

Jüdischer Friedhof und Heidacker

Rechts ab gelangen wir über den Burglachenweg zur Rue du Château, auf der es rechts an einer T-Kreuzung vorbei zum Cimetière israélite, dem ((3)) Jüdischen Friedhof geht. Dieser befindet sich etwas oberhalb des Wegs auf einer Wiese und besteht im Wesentlichen aus einigen gut erhaltenen Grabsteinen.

Nach dem Abstecher kehren wir zur T-Kreuzung zurück und nutzen den Hohlweg zum Circuit historique de Zillisheim. Somit treffen wir gut 100 Meter weiter wieder auf den mit grünem Ring gekennzeichneten Rundweg, dem wir links durch Obstgärten bis an ein Waldeck, dann links zum ((4)) Heidacker folgen.

Die Große Kanone

Gleich nach dem Heidacker führt uns der Rundweg erst links, dann rechts und wieder links durch die Felder auf den ((5)) Helgenholzweg und zusammen mit dem roten Punkt rechts in den Wald zum ((6)) Graben der Kanone. Dieser erstreckt sich beiderseits unseres Wegs, ist aber allem zu unserer Linken als trapezförmige Vertiefung des Geländes gut zu erkennen.

Am Wegesende geht es schließlich links an einem Munitionsdepot vorbei zu den deutschen Stellungen mit dem Geschütz ((7)) Grand Canon. 100 Jahre nach Inbetriebnahme der Waffe im Jahr 1916 wurde der gesamte Bereich wieder auf Vordermann gebracht und als Gedenkstätte für jedermann leicht zugänglich gemacht.

Vorgänger der Raketen

Sehr gut erhalten ist die halbkreisförmige Bettung der Großen Kanone. Darüber befand sich damals ein Gitterdach, welches die Soldaten mit Zweigen abdeckten, um den Standort unkenntlich zu machen. Nach dem ersten Schuss am 8. Februar dauerte es jedoch trotz weiterer Ablenkungsversuche nur drei Tage, bis die französische Artillerie die Stellung unter Beschuss nahm. Bis zur Demontage im Oktober 1916 wurden von hier aus 131 Schüsse auf Belfort abgegeben. Wie die französischen Angriffe richteten diese zwar nur geringe Schäden an.

Dafür allerdings trafen die Einschläge die Moral der Bevölkerung bis ins Mark. Mit ihrer großen Reichweite läutete die Zillisheimer Kanone das Zeitalter der Fernkampfgeschütze und Raketen ein. Ebenfalls noch erhalten sind mehrere, teils zugängliche Tunnel, für die wir eine Taschenlampe benötigen. Sie schützten eine Schmalspurbahn, auf der unter anderem die Granaten zum »Langen Max« transportiert wurden. Auf der Gedenkstätte können wir durchaus einige Zeit verbringen, bevor wir zurück zur ((E)) Auberge du Canyon kehren. Dort endet dann diese spannende Runde.

Der Lange Max

Die nahe bei Zillesheim eingesetzte Kanone war 17,1 Meter lang und wog 115 Tonnen zuzüglich elf Tonnen als Gegengewicht. Allein auf das Rohr entfielen dabei 78 Tonnen. Mit dem Betrieb und der Beladung der Kanone waren 74 Marine-Artilleristen und 150 Männer beschäftigt.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist der Parkplatz bei der Auberge du Canyon.

Anfahrt mit Pkw: Von der A 36 westlich von Mulhouse bei Ausfahrt 16a auf die D 68 abfahren. Weiter über Hochstatt nach Zillisheim, dort nach den Bahngleisen links auf die D 432, anschließend rechts auf die Rue de la Vallée abbiegen. Dann einfach der Straße bis zum Parkplatz bei der Auberge folgen.

Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab Mulhouse bestehen Verbindungen mit dem TER zur Haltestelle in Zillisheim. Der Zugang erfolgt über die Rue Bellevue und die Rue de Libérateurs.

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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