Ab der Kirche Thierenbach zum Dietrichstein

Wanderung rund um das Rimbachtal im Elsass

Basilika von Thierenbach Basilika von Thierenbach

Am Fuße von Großen Belchen und Hartmannsweilerkopf steht die Basilika »Unsere Liebe Frau von Thierenbach«. Für viele Pilger ist die barocke Kirche Ziel ihrer Wallfahrt. Für uns ist sie der Startpunkt zu einer Rundwanderung zum Dietrichstein, auf der sich Wälder, Weinhänge und Aussichten perfekt ergänzen.

Wallfahrt zu Thierenbach

Die Anfänge der Wallfahrt zu Thierenbach reichen ins Jahr 730 mit der Gründung der Abtei Murbach zurück. Damals kamen irische Mönche in die Region, um die Bewohner der umliegenden Dörfer zu christianisieren. Nachdem es 1125 zu einer Wunderheilung eines jungen Adligen gekommen sein soll, entstand 1130 eine Benediktinerpriorei. Im Bauernkrieg von 1525 wurde diese erstmals zerstört.

Schlimmer noch traf es den Ort im Dreißigjährigen Krieg, als schwedische Truppen die Priorei niederbrannten. Trotz der heftigen Schicksalsschläge blieb die Wallfahrt bestehen. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem 18. Jahrhundert. Baumeister war der Vorarlberger Peter Thumb, auf den auch im Schwarzwald und der Schweiz einige barocke Bauwerke zurückgehen.

Kreuzweg und jüdischer Friedhof

Mit dem Rücken zur Wallfahrtskirche passieren wir den Teich und halten uns bei der Verzweigung am Ende der Parkplätze links. Wir befinden uns hier auf dem Kreuzweg, wenn auch in umgekehrter Richtung. Zwischen den Stationen 11 und 10 nutzen wir den Waldpfad (blaues Kreuz) hinunter zum Cimetière Israélite, dem jüdischen Friedhof.

Auf dem Weg dorthin geben die Bäume nochmals die Sicht auf die barocke Kirche frei, bevor wir weiter unten auf den Friedhof stoßen. Die Ruhestätte erstreckt sich um drei Seiten eines am Rand bewaldeten Hügels. Der Wanderweg führt rechts um den Friedhof herum auf die Rue des Tuiles ins Rimbachtal.

Abstieg ins Rimbachtal nach Jungholtz

Links ab sind es 350 Meter bis zur Rue de Thierenbach. Wer sich nur geschwind die Füße vertreten will, kann auf der Straße wieder hoch zur Kirche laufen. Alle anderen biegen rechts ab, kreuzen die Durchgangsstraße von Jungholtz und den Rimbach, sodass wir über die Rue de l'Usine zurück an die D 5.1 gelangen. Einen Steinwurf weiter nutzen wir die Rue de Binsbourg und folgen der Markierung blauer Punkt in die Weinberge. Nach dem etwas trist wirkenden Ortskern können wir wieder aufatmen.

Die Sicht über die von Reben bestandenen Hänge ist einfach traumhaft. Einzig die Beschilderung ist leider lückenhaft. Um auf dem rechten Weg zu bleiben, biegen wir circa 200 Meter ab dem Ortsende links nach Nez de Soultz ab. Somit kommen wir in den Wald, wo der Wanderweg über einen steilen Pfad abkürzt, uns (rechts) zurück in die Reben führt und sich die Sicht abermals über die sanft geschwungenen Hügel öffnet.

Nez de Soultz und Dietrichstein

Sowie wir auf den rot-weiß-roten Wanderweg hoch zum Belchen treffen, sind es rechts wenige Schritte zu einem Wegweiser. Dort wechseln wir auf den mit blauem Dreieck gekennzeichneten Pfad und steigen durch den Eichenkiefern-Mischwald hinauf zum Nez de Soultz, der Nase von Soultz.

500 Meter weiter öffnet sich die Sicht über das Tal der Lauch und Guebwiller. Ein Pavillon bietet dort auch bei Wind ein schönes Plätzchen für eine Rast. Weiter geht es anschließend über die Ostflanke vom Heidenbuckel und über eine mit Heidekraut bewachsene Lichtung Richtung Bildstoeckle.

Der mit blauem Dreieck markierte Weg leitet uns zum Fuchsfelsen, einem weiteren Aussichtspunkt mit Blick über weite Teile der Elsässischen Ebene zwischen Colmar und Mulhouse zum Kaiserstuhl und Schwarzwald. Als Nächstes kommen wir zum Dietrichstein. Zwischen dem oben abgeflachten Felsen und dem Plateau klafft ein 50 Zentimeter breiter Riss. Es wird vermutet, dass der Dietrichstein im achten Jahrhundert vor Christus für rituelle Zwecke genutzt wurde. Später gewann der Dietrichstein in der germanischen und nordischen Mythologie an Bedeutung.

Bildstoeckle

Ab dem Dietrichstein trennt uns noch ein knapper Kilometer vom Bildstoeckle und einem Waldrastplatz. Bei dem in die Jahre gekommenen Kreuz treffen sich einige Wege. Um den richtigen zu finden, verlassen wir den Pass zunächst Richtung Rimbachzell. Einen Katzensprung weiter gabelt sich der Weg erneut. Dort wechseln wir auf den mit gelbem Punkt markierten Pfad nach Sainte Anne. Wer diesen Abzweig verpasst, kommt bald über eine geschwungene Rechtskurve in das Rimbachtal. Das ist auch schön, verlängert die Runde aber unnötig. Wo sich unser Weg im weiteren Verlauf abermals gabelt, wählen wir den rechten Pfad, sodass wir schnurstracks auf die D 5.1 zulaufen.

Kapelle Sainte-Anne

Kurz vor der untergeordneten Departementsstraße überqueren wir den Rimbach. Danach biegen wir links ab und müssen ein Stück entlang der Straße laufen. Auf Höhe eines Trinkwasserbehälters wechseln wir die Straßenseite und folgen dem Lautenbaechleinweg (gelber Punkt) in den nächsten Wald. Nachdem von rechts der von Rimbachzell kommende Chemin de Sainte-Anne (gelbes Dreieck) auf unseren Weg trifft, passieren wir eine Mariengrotte. Dort kreuzen wir den schmalen Rennenbach.

Auf dem nächsten Abschnitt folgen wir den gelben Wegzeichen links zum Medizinischen Zentrum von Sainte-Anne. Die namensgebende Kapelle Sainte-Anne auf dem weitläufigen Gelände steht in der Regel auch Wanderern offen. Anschließend folgen wir der Beschilderung über den Pfad neben dem Eingang zurück nach Thierenbach. Zum Abschluss des Tages lohnt sich die Besichtigung der Basilika und ihrer nahezu 850 (!) Votivbilder. Im Umfeld informieren außerdem einige Tafeln über die wechselvolle Geschichte der Wallfahrtskirche.

Die Legende vom Drachentöter Dietrich

Der Legende nach war Dietrich die Frucht der verbotenen Liebe zwischen Hugdietrich und Hildegonde. Nach seiner Geburt wurde er im Wald gelassen und von Wölfen aufgezogen. Dort fand ihn ein Knappe und brachte ihn in das Schloss zurück, wo ihm befohlen wurde, den Knaben zu töten. Stattdessen gab er den Jungen in die Obhut eines Köhlers, wo er mit dem Alter außergewöhnliche Kräfte entwickelte.

Als er im Kampf einen Drachen erlegte, versprach ihm eine Fee, er würde unbesiegbar, wenn er im Blut des Drachen badete. Dabei fiel ihm jedoch ein Lindenblatt auf die Schulter, sodass er verwundbar blieb. Als seine Frau dem Herrn das Geheimnis anvertraute, nutzte er das Wissen, um Dietrich einen tödlichen Schlag zu versetzen. Dieser jedoch starb nicht, sondern fiel in einen langen und tiefen Schlaf.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist die Basilique Notre Dame de Thierenbach.

Anfahrt mit Pkw: Von der D 83 Colmar – Cernay südlich der Ausfahrt Guebwiller nach Soultz-Haut-Rhin auf die D 429 abfahren. Dann weiter über Jungholtz zur Basilique Notre Dame de Thierenbach.

Anfahrt mit Bus und Bahn: -

Anforderungen und GPS-Daten zum Download

Gehzeit2.45 Stunden
Distanzca. 9 km
Anstiege350 HM
AnforderungenAbwechslungsreiche Wein- und Waldwanderung auf überwiegend bequemen Wegen und Pfaden.
EinkehrKloster Thierenbach, in Jungholtz
GPS-DatenWanderung Thierenbach gpx
KML-DatenWanderung Thierenbach kml

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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