Wanderung zur Kapelle und Auberge Saint Alexis

Aufstieg ab Kaysersberg durch stille Wälder

Fachwerkhaus in Kaysersberg Fachwerkhaus in Kaysersberg

Störche auf den Dächern, enge Gassen mit Fachwerkhäusern, eine Burg darüber und Weinberge drum herum. Kaysersberg zählt zu den Orten im Elsass, die einem Bilderbuch entsprungen sein könnten. Wir verbinden all dies mit einer ruhigen Tour zur Kapelle und Auberge Saint-Alexis.

Wandermöglichkeiten ab im Tal der Weiss

Für diese Wanderung haben wir den gebührenpflichtigen Parkplatz zwischen der Route du Vin, der unteren Stadtmauer und der Alten Bahnhofstraße gewählt. Am nördlichen Ende des Platzes steht ein ganzer Schilderbaum mit Wandermöglichkeiten.

Den weitesten Weg haben die Jakobswegpilger, die noch 2236 Kilometer bis zum Ziel in Santiago de Compostela vor sich haben. Im Vergleich dazu ist unsere Runde hoch zur Auberge und Kapelle Saint-Alexis ein Klacks.

Auftakt in der Altstadt von Kaysersberg

Über die Rue du Général de Gaulle gelangen wir zum Ausgangspunkt beim Rathaus und der Touristinformation von Kaysersberg. Rechts wäre es nur ein kurzer Anstieg bis zum Château. Dies sparen wir uns für den Schluss der Wanderung auf. Zu Beginn der Tour steht indes ein Spaziergang durch die Altstadt an. Somit passieren wir die Kirche, einige Läden mit Spezialitäten und Souvenirs, Restaurants und Cafés wie dem Kouglof, einem »curieux pâtissier«. Zusammen mit den vielen Dingen, die es im historischen Zentrum zu entdecken gibt, kommt man leicht in Versuchung, die geplante Wanderung gegen einen gemütlichen Bummel durch die verwinkelten Gassen einzutauschen.

Auch wenn es uns gelingt, uns von der Postkartenidylle loszureißen, sollten wir dennoch gleich nach dem längeren Gebäude der ehemaligen Fleischerei einen Abstecher auf die Brücke über der Weiss unternehmen. Die befestigte Brücke wurde 1514 erstellt und eröffnet uns einen malerischen Blick über den Fluss zu den Fachwerkgebäuden. Auch Teile der weiter oben mit der Burg verbundenen Stadtbefestigung sind von der Brücke aus gut zu sehen.

Anschließend geht es weiter durch das Schmiedgassel und in deren Verlängerung über die Rue de la Flieh. Wo links die Lindenstraße (Rue des Tilleuls), ist der Weg nach St. Alexis mit einem gelben Punkt ausgewiesen. Wir bleiben noch auf der Rue de la Flieh, sodass wir eine Madonnen-Statue passieren, ehe wir nach der nächsten Rechtskurve links in den Chemin du Toggenbach abbiegen. Fortan können wir uns an der Markierung gelber Punkt orientieren.

Aufstieg durchs Toggenbachtal

Der Abschnitt durch das Toggen- oder auch Dogenbachtal erfolgt zunächst noch auf einer asphaltierten, kaum befahrenen Straße durch die Weinberge, dann an Obstwiesen vorbei und schließlich durch den Wald. Rund zehn Minuten, nachdem wir am Étang du Toggenbach vorbeigelaufen sind, gabelt sich der Weg und endet der Asphalt.

Links zweigt eine ebenfalls mit gelbem Punkt gekennzeichnete Variante ab, die später über einen steileren Pfad auf den Hauptwanderweg zurückführt. Wer sich – wie in der Karte dargestellt – rechts hält, bleibt auf dem breiten und leichteren Weg. Auf diese Weise kommen wir an einem Abzweig zur »Chêne de la Chapelle«, über den sich die Wanderung abkürzen lässt.

Einsiedelei, Kapelle und Auberge Saint Alexis

Als Nächstes erreichen wir ein Gedenkkreuz zu Ehren von Aloys Blau vorbei. Im Alter von nur 20 Jahren war er an dieser Stelle beim Wegebau 1885 ums Leben gekommen. Ab dem Kreuz bleiben wir noch 100 Meter auf dem breiten Forstweg, bis dieser nach links abknickt. In der engen Kurve zweigen wir rechts auf einen schmalen Pfad ab. Auf diesem überqueren wir auf einem kleinen Brückle den Toggenbach, ehe wir einen breiteren Waldweg kreuzen. Sowie wir einen weiteren Forstweg gekreuzt haben, endet unser Pfad bald in den Chemin Saint-Alexis.

Ab dort ist es links nur noch ein kurzes Stück bis zur Kapelle von Saint Alexis. Gleich daneben lädt die beliebte Auberge Saint Alexis zum Verweilen und Genießen ein. Der Ursprung der Einsiedelei wird auf das 15. Jahrhundert datiert. Damals soll das Gebäude sowohl dem lokalen Adel als auch dem Reichsvogt von Bayern als Jagdschloss gedient haben. Der Name der schlichten, aber liebevoll gepflegten Kapelle taucht erstmals 1671 auf, als sich die Stadt entschied, Obst von der Einsiedelei zu verkaufen.

Rückweg auf dem Chemin de la Place Verte

Nach dem Besuch von Saint-Alexis kehren wir zu dem letzten Wegweiser zurück und wechseln dort auf den mit blauem Kreuz gekennzeichneten Weg. 300 Meter teilt sich der Weg auf: Geradeaus ginge es nach Ribeauvillé und Hunawihr, zwei ebenfalls sehenswert Dörfer. Rechts ist unser Rückweg nach Kaysersberg angeschrieben.

Somit biegen wir auf den Chemin de la Place Verte ab und folgen nun immer dem blauen Kreuz durch den Wald. Kurz nach einem Abzweig nach Riquewihr zweigen wir rechts auf einen schmaleren Weg ab. In dessen weiterem Verlauf passieren wir mehrere Kasematten, ehe wir die Kapelleneiche erreichen. Ab der Gedenkstätte sind es noch rund 30 Minuten bis zum Château de Kaysersberg.

Château de Kaysersberg

Der Weg führt über den Chemin de la Haut Schwärz ans untere Ende des Rabenfelsen und, bei der nächsten Verzweigung rechts weiter bergab zu einem Wegkreuz mit der Zufahrt nach Saint-Alexis. Wir wechseln in etwa schräg rechts auf einen Pfad, auf dem wir bald eine Antennenstation erreichen, wo sich die Sicht über das Tal der Weiss öffnet. Der weitere Abstieg zum Château de Kaysersberg führt um die Station herum und dann rechts auf den nächsten wechseln, auf dem es durch den Wald hinunter zur Festung geht.

Der erhaltene bzw. rekonstruierte Bergfried der im 13. Jahrhundert errichteten Anlage bietet uns einen weiteren schönen Blick über Kaysersberg. Genießen wir den Augenblick und lassen wir den Blick über die Weinberge und das Tal der Weiss schweifen. Dann geht es über dem Fußweg hinunter zum Rathausplatz von Kaysersberg. Dort bleibt dann hoffentlich genug Zeit, um die Tour mit einem Spaziergang durch die Gassen oder in einer der hübschen Wirtshäuser ausklingen zu lassen.

Albert-Schweitzer-Museum

Am 14. Januar 1875 erblickte Albert Schweitzer in Kaysersberg das Licht der Welt. Dem außerordentlichen Mediziner, Theologen, Musikwissenschaftler und Friedensnobelpreisträger von 1952 ist in seinem Geburtshaus im Haus Nr. 126 in der Rue du Général de Gaulle ein Museum gewidmet. In den privaten Räumen wird der Aufbau und die Entwicklung des Krankenhauses von Lambarene in Gabun beschrieben, welches Albert Schweitzer 1913 gegründet hatte. Daneben sind einige afrikanische Ausstellungsstücke aus Gabun in dem Museum ausgestellt.

Ausgangspunkt und Anfahrt

Dein Ausgangspunkt für diese Wanderung ist das Rathaus in Kaysersberg.

Anfahrt mit Pkw: Von der A 35/N 83 nördlich Colmar bei Ausfahrt 23 abfahren und der Beschilderung über Sigolsheim und Kientzheim bzw. auf der Route du Vin nach Kaysersberg folgen. Der Parkplatz beim Unteren Tor ist gebührenpflichtig.

Anfahrt mit Bus und Bahn: Ab Colmar, Ribeauvillé und Orbey fahren die Buslinien 145 und 147 und S04 die Haltestelle Porte Basse in Kaysersberg an.

Wanderkarte mit Höhenprofil


Höhenprofil

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