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In den Gemächern der Grafen von Thierstein

Südlicher und nördlicher Wohntrakt der Hohkönigsburg

Neogotischer Treppenaufgang
Balkon entlang der Zimmer des Südtracks der Hohkönigsburg

Durch einen neugotischen Treppenturm erfolgt nahe der Küche der Aufstieg zu den Wohntrakten der Hohkönigsburg. Auf der Südseite befinden sich die Gemächer der Familie von Thierstein. Diese Räume besitzen auf der Südseite einen zum Hof ausgerichteten Balkon. Er ermöglichte den Dienern, ihre Arbeit zu verrichten, ohne die privaten Zimmer durchqueren zu müssen. Leider ist der Zutritt auf den Balkon untersagt, sodass wir uns zunächst der Nordseite mit den Zimmern der Gäste und der Kaiserin zuwenden.

Die hier verarbeiteten Materialien für den Tisch, mehrere Stühle, Kommoden und einer mitten im Raum stehenden Truhe orientieren sich an dem, was im 15. Jahrhundert vor allem eingesetzt wurde: Holz. In einer Ecke des Zimmers steht ein kunstvoll verzierter Kachelofen. Er zählt zu den Dingen, die zwar nicht dem Original entsprechen, aber nach einer mittelalterlichen Vorlage neu gebaut wurde. Eine Besonderheit ist außerdem die Holztäfelung, welche neben der Zier auch als Wärmedämmung diente.

Zimmer der Kaiserin
Lothringer Zimmer in der Hohkönigsburg

Den Zimmern der Kaiserin gegenüber befinden sich das Lothringer Zimmer und der Kaisersaal. Letzterer ist für seine Fresken aus dem frühen 20. Jahrhundert bekannt. So sehen wir über dem großen Kamin des Saals den Heiligen Georg nach seinem erfolgreichem Kampf gegen einen Drachen und den »wilden Mann«, eine Figur der niederen Mythologie. Auch das Wappen der Hohenzollern und eine weitere Darstellung Bodo Ebhardts sind zu sehen. Über allem steht der Reichsadler, der von der Decke auf die Besucher herabblickt und vom Leitspruch Preußens begleitet wird: »Gott mit uns.«

Als Nächstes besuchen wir die Burgkapelle. Räumlich gesehen, beansprucht sie einen verschwindend kleinen Teil des Wohntrakts. Um den mangelnden Platz auszugleichen, erstreckt sie sich jedoch über zwei Stockwerke. So konnte der Pfarrer unten in Ruhe Gottesdienst halten, während sich die Oberen in aller Seelenruhe oder auch komplett weggedöst vom Wort Gottes berieseln ließen. An Fotografen hat hier offensichtlich niemand gedacht, womit den Raum nur kurz auf uns wirken lassen, eh wir unseren Rundgang fortsetzen.

Reichsadler im Kaisersaal
Wappen im Kaisersaal
Morgenstern im Waffensaal

In den kleineren Zimmern der zweiten Etage auf der Südseite entdecken wir weitere geschmiedete Kachelöfen und umfasste Kamine sowie einige weitere kunstvoll verzierte Schränke, Truhen und Kisten. Schließlich aber begeben wir uns wieder in die erste Etage, wo wir einen Blick in den unteren Teil der Kapelle werfen, eh wir den Jagdtrophäensaal erreichen. An den Wänden zeugen einige Geweihe von erfolgreichen Jagden und auch der Leuchter wird von Geweihen gebildet. Tod liegt in der Luft. Ansonsten ist der Raum eher schlicht gehalten.

Vom Jagdtrophäensaal geht es direkt in den Waffensaal. Neben einer Sammlung an Hieb- und Stichwaffen aus dem späten Mittelalter sind hier einige Wappen zu sehen, welche mit der Geschichte der Hohkönigsburg verbunden sind. Als Bildmotiv begegnet uns hier der Doppeladler, das Wappentier und Symbol der Habsburger Dynastie schlechthin. Ansonsten ist auch dieser Raum seinem Zweck entsprechend eher schlicht gehalten. Da uns auch der alte, seit Ewigkeiten in seiner Rüstung steckende Ritter nicht aufhalten kann, steuern wir bald das Große Bollwerk an.

Leuchter im Kaisersaal der Hohkönigsburg
Blick in die Burgkapelle
Fenster in der Kapelle der Hohkönigsburg
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