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Rundgang durch die Hohkönigsburg

Die nie genutzten Gemächer des Kaisers

Der Zugang in die Hohkönigsburg erfolgt heute über eine sacht ansteigende Rampe. Diese beginnt am östlichen Ende der Burg und führt uns entlang der Südseite sowie mit ersten schönen Blicken auf die Türme und Mauern hoch zum Besuchereingang der Burg. Je nach Andrang öffnet oberhalb der ersten Kassen gerne ein weiteres, oft weniger stark frequentiertes Kassenhäusle. So stehen wir bald vor dem Eingangstor mit der darüber in den Stein gemeißelten Inschrift: »Diese Burg ward wieder hergestellt durch Wilhelm II., Deutscher Kaiser und König von Preussen.«

Wir betreten die Hohkönigsburg über den unteren Burghof mit der Herberge, der Schmiede und der Mühle. Sowie wir uns orientiert haben, nehmen wir die teils überdachten Stufen hoch zur Zugbrücke. An einem Brunnen vorbei gelangen wir in den Innenhof. Voilà, schon befinden wir uns in der Mitte der insgesamt 270 Meter langen und rund 40 Meter breiten Festungsanlage. Gerne halten wir kurz inne und lassen den Blick über die umliegenden Gemächer, die Außenseite der Kapelle und den imposanten Bergfried schweifen.

Kaiserliches Eingangsportal der Hohkönigsburg
Brunnen der Hohkönigsburg
Neogotischer Treppenturm

Weiter geht es durch das Löwentor zum 62 Meter tiefen Brunnen. Dieser befand sich ursprünglich am Rand des Bergsporns, wurde nach dem Aufkommen der Artillerie aber mit einem zusätzlichen Turm geschützt. Als Nächstes kommen wir zum Vorratsraum. Er beherbergt eine ausführliche, in drei Sprachen erläuterte Dokumentation über die Restaurierung der Hohkönigsburg.

Hier erfahren wir, dass in der Burg einer der ersten elektrisch betriebenen Staubsauger zum Einsatz kam. Schließlich war schon zu Beginn der Arbeiten das erklärte Ziel, die Festung in ein Museum zu verwandeln. Also musste sie auch herzeigbar sein. Ein Modell zeigt außerdem den Zustand der Hohkönigsburg zum Zeitpunkt vor der Restaurierung. Immerhin zwei Drittel der alten Bausubstanz waren damals noch erhalten.

Zisterne neben dem Treppenturm der Hohkönigsburg
Aufgang zu den oberen Gemächern der Thiersteins
Stichwaffe im Waffensaal der Hohkönigsburg

Nach einem Blick auf die nördliche Festungsmauer wenden wir uns der ebenfalls auf der Nordseite der Burg gelegenen Küche zu. Direkt daneben befindet sich die Zisterne. Sie wurde durch das auf den Dachflächen anfallende Regenwasser gespeist. Zusätzlich wurde auch Wasser von außerhalb in die Burg getragen. Der Aufbau über der Zisterne wurde vom Architekten Bodo Ebhardt entworfen.

Hier hat es sich der Bremer auch nicht nehmen lassen, sich an einem der vier Eckpfeiler - mit einem Zirkel in der Hand - abzubilden. Ob die Zisterne vor der Zerstörung der Burg bereits ein Dach trug, wissen wir nicht. Wohl aber war es eine schon im Mittelalter gängige Praxis, um das Trinkwasser vor feindlichen Beschuss mit Fäkalien und anderen ekligen Sachen zu schützen.

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