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Großes Bollwerk der Hohkönigsburg

Zugang über den Oberen Garten

Ausblick vom Großen Bollwerk der Hohkönigsburg
Artillerieraum im Großen Bollwerk

Unser Zugang zum Oberen Garten erfolgt durch den Waffensaal der Hohkönigsburg. Der Garten zählt zu den Elementen der Festung, bei denen vom Gesamtkonzept, die Burg in den Zustand des 15. Jahrhunderts zurück zu versetzen, abgewichen wurde. Denn zu der Zeit befanden noch eine Bäckerei und ein Baderaum sich auf dem Areal. Für die Anlage des Oberen Gartens im 16. Jahrhundert wurden diese beiden Einrichtungen in das Große Bollwerk verlegt.

Der westliche Zugang in den Oberen Garten erfolgt durch ein Tor mit einem Wappen des Österreichischen Kaisers. Hierbei handelt es sich um einen Nachbau des Türsturzes, den Bodo Ebhardts Arbeiter im Bereich des Großen Bollwerks entdeckt hatten. Bei der Restaurierung hat Ebhardt die romanischen Maueröffnungen und Latrinentüren gelassen, um die Position der ehemaligen Gebäude zu markieren.

Zugang vom Waffensaal zum Oberen Garten
Brunnen im Neorenaissance-Stil
Östlicher Teil des Oberen Gartens

Nahe eines überdachten Wehrgangs befindet sich ein weiterer Brunnen. Dieser ist im Stil der Neorenaissance des 19. Jahrhunderts erbaut und enthält eine Filterzisterne. Indem das anfallende Regenwasser durch Sand und Steine sickerte, wurde es zunächst gereinigt, eh es der Hauptleitung zugeführt wurde. Heute werden weite Teile des Gartens von hohen Bäumen eingenommen. Der westliche Teil des Gartens schließlich ist über eine zweite Zugbrücke mit dem Großen Bollwerk verbunden.

Das Große Bollwerk befindet sich an der naturgegeben empfindlichsten Stelle der Burg. Die Artillerieplattform wird von zwei Türmen flankiert, die uns einen herrlichen Blick über weite Teile der Hohkönigsburg sowie die Elsässische Ebene eröffnen. Wer gute Augen hat, kann entlang der Vogesen zahlreiche andere Burgen sehen, so etwa im Süden das Burgentrio von Ribeauvillé, die als Kasten unverwechselbare Hohlandsbourg und die Drei Exen von Eguisheim.

Herbststimmung bei der Hohkönigsburg
Herbstlich-nebliger Ausblick vom Großen Bollwerk nach Süden

Für das Große Bollwerk selbst können wir uns gerne etwas mehr Zeit gönnen. Neben altertümlichen Kanonen informiert eine Ausstellung über die Arbeiten zur Restaurierung der Burg und Sorgfalt, mit der Ebhardt die vor Ort gefundenen Artefakte behandelte. So sehen wir eine Wetterfahne mit dem Wappen der Thiersteins, welche ursprünglich auf einem der Burgtürme angebracht war. Zudem sind hier ausgewählte Fund- und Bruchstücke ausgestellt: Eisenteile von Türen und Truhen, Ofenkacheln, Dachziegel, Glasscherben und vieles mehr, was hier vom 12. bis 17. Jahrhundert in Gebrauch war und die Zeit mehr oder weniger gut überdauert hat.

Zuletzt begeben wir uns in den Mittelalterlichen Garten. Er wurde 2001 in der Annahme angelegt, dass die Festung einst von einem solchen Garten umgeben war. Er befindet sich auf der Südseite der Burg bzw. außerhalb der Befestigungsanlagen, sodass hier mehr Licht einfällt. In den mit Ästen akkurat eingefassten Hochbeeten wachsen Kräuter und Gemüse, aber auch Rosen, Ringelblumen und Malven. Kleine Schilder helfen, die Pflanzen zu bestimmen. Anders als die inneren Teile der Festung ist der Garten von Mai bis Ende September frei zugänglich und mit seinen lauschigen Plätzchen ein schöner Ort zum Verweilen und der Erlebte nachhallen zu lassen.

Malven im mittelalterlichen Garten der Hohkönigsburg
Mittelalterlicher Garten der Hohkönigsburg
Mittelalterlicher Garten der Hohkönigsburg
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